Pressestimmen
Weihnachtliches Chorkonzert im Bonner Münster
BONN. Liturgisch war die Weihnachtszeit streng genommen zwar schon vorbei, doch mit einem stimmungsvollen Konzert im Bonner Münster gab es noch einmal eine schöne Reminiszenz an das nicht weiße, sondern eher warme Weihnachtsfest.
Zu hören gab es zwei weihnachtliche Musicals, die Anfang Dezember schon in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kinder ins Konzert“ im Telekom Forum aufgeführt worden waren.
Jetzt, im sakralen Rahmen des Münsters, konnte man sie noch mal erleben - nicht mit den technischen Möglichkeiten des Telekom Forums, sondern nur in eingeschränkter szenischer Version, dafür aber mit nicht weniger musikalischem Schwung. So hinterließ hier „Miracle on Bethlehem Street“ von Lowell Alexander wiederum einen hinreißenden Eindruck.
Der gediegene Wortwitz der Übersetzung des ursprünglich englischen Textes, der sich in zahlreichen Anspielungen auf moderne Errungenschaften, aber auch auf Bonner Ereignisse wie das WCCB-Desaster äußerte, hatte nichts von seinem Charme verloren. Überzeugend waren auch wieder die Hauptpartien mit Valerie Haunz und Marius Mik besetzt.
„Swingende Weihnacht“ versprach das zweite Stück des Konzertes. Erzählt wird hier die Geschichte eines Obdachlosen, der eine CD mit Weihnachtsliedern im Müll findet. Präsentiert werden in dieser lockeren Rahmengeschichte zahlreiche bekannte Weihnachtslieder, die von den beteiligten Chören und zahlreichen Solisten mit viel Herzblut gesungen werden. Zu viel versprochen hatte der Titel also nicht.
Nicht nur der Rheinische Kinder- und Jugendchor, die Kirchenmäuse und die Right Side Singers sowie der Frauenchor BonnSonata ließen die mitreißende Musik ordentlich swingen, auch die Band sorgte für Schwung. Von den Sprechrollen - allen voran Milan Vukota als Obdachloser - bis hin zu den Solisten aus allen Chören wurde alles schön zu einem insgesamt rundum vergnüglichen Konzert gestaltet, für das Hubert Arnold und Markus Karas in szenischer wie musikalischer Weise verantwortlich zeichneten.
Guido Krawinkel, Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, Artikel vom 10.01.2012
Neue CD aus dem Bonner Münster
„Orgelklang und Flötenzauber“ heißt die neue CD, die die Flötistin Andrea Will und der Organist Hans-André Stamm an der Bonner Münsterorgel eingespielt haben.
Präsentiert wird ein schönes Programm, das beide Instrumente in bestem Licht erscheinen lässt. Zu hören sind neben Bearbeitungen von Gabriel Fauré, Max Bruch, Marin Marais, Antonio Vivaldi und Ennio Morricone vor allem Werke aus Stamms eigener Feder, die eingängig und populär klingen: schöne Melodien mit stimmiger Harmonik, eingängig gesetzt und virtuos gespielt, zuweilen auch leicht minimalistisch angehaucht, manchmal gar an der Grenze zum Seichten.
Auch die bearbeiteten Werke, die einen weiten Bogen vom Barock bis zur Moderne spannen, zeugen von Einfallsreichtum und Klangsinn. Vertreten ist auch eine Suite für Flöte und Orgel des Bonner Münsterkantors Markus Karas, die beide Interpreten wie alle Werke auf dieser CD in absolut gewinnender Weise spielen. Erhältlich ist die CD im Münsterladen.
Guido Krawinkel, Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, Artikel vom 19.12.2011
„Swingende Weihnacht“ im Telekom Forum
Das weihnachtliche Musical des Vereins „Kinder ins Konzert“ unterhält bestens.
„Swingende Weihnacht“ versprach das gleichnamige Stück. Zu viel versprochen war das nicht, denn für ordentlich swingende Musik sorgten nicht nur die fetzigen Arrangements, sondern auch die vielen Beteiligten. Nett verpackt in eine lockere Rahmengeschichte eines Obdachlosen, der eine CD mit Weihnachtsliedern findet, wurden bekannte Lieder präsentiert. Der Rheinische Kinder- und Jugendchor, die Kirchenmäuse und die Right Side Singers sowie der Frauenchor BonnSonata waren mit viel Swing in der Stimme bei der Sache, die Band sorgte für groovigen Schwung. Die Sprechrollen - allen voran Milan Vukota als Obdachloser - wurden schön ausgestaltet, auch die Solisten machten ihre Sache mit Herzblut.
Das zweite Stück an diesem Abend war das Musical „Miracle on Bethlehem Street“, und auch dieses wurde - nicht zuletzt dank der üppigen, von der Telekom beigesteuerten Technik und der schönen Illustrationen von Svea Jahnk - optimal in Szene gesetzt. Ein Knaller war der gelungene Wortwitz der Übersetzung des ursprünglich englischen Textes, der sich in zahlreichen Anspielungen auf Bonner Ereignisse wie das WCCB-Desaster bezog. Aber auch die Sprechrollen und Gesangspartien - überzeugend: Marius Mik - waren ausgezeichnet besetzt.
Guido Krawinkel, Bonner General-Anzeiger, Artikel im Feuilleton vom 14.12.2011

Lichtblicke für Kinder in Brasilien
„Vom Dunkel zum Licht“ war das Benefizkonzert des Lions-Clubs Bonn-Venusberg in der Remigiuskirche betitelt, und das war in diesem Fall nicht nur programmatisch, sondern auch im Hinblick auf den guten Zweck zu verstehen. Der Erlös des Abends, immerhin satte 2.500 Euro, die vom Lions-Club auf 5.000 Euro verdoppelt wurden - kommt dem Lions-Projekt „Lichtblicke für Kinder in Brasilien“ zu Gute, bei dem Hilfe für Betroffene von Sehbehinderungen und Augenerkrankungen bereitgestellt wird.
Gerahmt wurde der Abend von zwei Orgelwerken, die Regional- und Münsterkantor Markus Karas auf der Klais-Orgel der Remigiuskirche spielte: das Präludium C-Dur (BWV 547) musikalisch sehr schön strukturiert und artikuliert, Präludium und Fuge über BACH von Franz Liszt mit einem guten Händchen für die an dieser Orgel nicht einfach zu findenden romantischen Klangfarben und hinreißendem Schwung.
Der Chorus Cantate Domino bestritt den Großteil des Programms und zeigte sich dabei als leistungsfähiger Klangkörper mit einigem Format. Die Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“ von Johannes Brahms etwa überzeugte trotz eines aus dem Rahmen fallenden Sopran-Einsatzes durchweg, auch in zwei der Motetten aus den „Quatre motets pour un temps de pénitence“ von Francis Poulenc zeigte sich der CCD als zumeist sehr intonationssicher und ausdrucksstark.
Klangvoll ließ man Motetten Anton Bruckners erklingen und auch im Zusammenspiel mit der Orgel, die von Karas selbst gespielt wurde, während Ansgar Pöhler die Leitung des Chores übernommen hatte, zeigte man sich von der besten Seite. Insgesamt wurde dem Publikum in St. Remigius an diesem Abend ein programmatisch wie musikalisch rundum gelungenes Konzert geboten.
Meditation für Alphorn und Orgel
Bonn. Die Natur ist sein Reich, genauer: die Naturtonreihe. Das Alphorn ist eine Art Mammut in der Instrumentenfamilie. Und kaum ein Ort ist besser geeignet, die Sonorität des mächtigen Instruments zur Geltung zu bringen, als eine Kirche mit ihrem langen Nachhall. In der Münsterbasilika gastierte jetzt mit Armin Rosin ein Meister seines Fachs.
Ein Konzert im Rahmen der Festdekade zu Ehren der Bonner Stadtpatrone eröffnete er mit der "Meditation" von Nimra Korinthos für Alphorn und Orgel. Langsam wird darin die Naturtonreihe erkundet. Rosin spielte neben dem dezent illuminierten Altar stehend, den zurückhaltenden Orgelpart gab Münsterkantor Markus Karas von der Empore aus. Ebenso "instrumentiert" waren drei kurze Charakterstücke aus eigener Feder, mit denen Rosin das Alphornrepertoire bereichert hat.
Doch ebenso gewandt zeigte er sich auf der Basstrompete (in einer Suite von Mouret) wie auf der Posaune, etwa in Bearbeitungen des "Contrapunctus II" aus Bachs "Kunst der Fuge", des "Ave Maria" von Rheinberger, nicht zuletzt in Alexandre Guilmants prunkvollem "Morceau symphonique". In blendender Spiellaune war auch Karas, der drei Bachsche Choralbearbeitungen beisteuerte. Stilwechsel zum Schluss mit swingenden Spirituals.
Mathias Nofze, Artikel vom 17.10.2011
1 000 Gläubige feiern in der Kreuzkirche
BONN. Der Bläserchor der Lutherkirche kündigte es am Montagmorgen weit hörbar vom Turm der Kreuzkirche an: Punkt 10 Uhr begannen in der evangelischen Innenstadtkirche die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit mit einem ökumenischen, live in der ARD übertragenen Festgottesdienst. Den Gottesdienst zelebrierten Präses Nikolaus Schneider, Joachim Kardinal Meisner und Metropolit Augoustinos.
Zugang zur von der Polizei bereits am frühen Morgen hermetisch abgeriegelten Kreuzkirche hatten nur die rund 1 000 geladenen Gäste. In den ersten Reihen: Bundespräsident Christian Wulff samt Ehefrau Bettina, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Außenminister Guido Westerwelle, einst Konfirmand der Kreuzkirchengemeinde, und sein politischer Ziehvater Hans-Dietrich Genscher mit Ehefrau Barbara, Finanzminister Wolfgang Schäuble, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in ihrer Funktion als Bundesratspräsidentin, Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch mit seiner Frau Hanne Hufschmidt, der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, USA-Botschafter Philip D. Murphy sowie viele weitere prominente Politiker von Bund und Ländern.
Thema des Gottesdienstes: der Baum. Die Bonner Schauspielerin Birte Schrein zeigte als Sprecherin am Beispiel einer Baumscheibe eines vor 200 Jahren in Königswinter gepflanzten Baumes die Entwicklung der deutschen Geschichte seit Ende des Zweiten Weltkrieges auf. In ihren Ansprachen und in der Predigt gingen Schneider, Meisner und Augoustinus auf unterschiedliche Weise auf die Bedeutung des Baumes vor dem Hintergrund der wiedererlangten Freiheit und Einheit Deutschlands vor 21 Jahren ein.
An der musikalischen Gestaltung des feierlichen Gottesdienstes wirkten rund 200 Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker aus Bonn und der Region unter Leitung von Markus Karas, Karin Freist-Wissing, Tono Wissing und Stefan Horz mit.
Nette Geste am Rande: Als der kleinen Emilia (7) vom Rheinischen Kinder- und Jugendchor während des Auftrittes sichtlich unwohl wurde, sprang Bundespräsident Wulff auf und geleitete die kleine Sängerin fürsorglich in die Taufkapelle, wo sich umgehend ein erwachsenes Chormitglied um das Kind kümmerte.
Nach dem Gottesdienst stand die Kleine putzmunter vor der Kirche und fand: "Der ist richtig nett, der Herr Bundespräsident."
Lisa Inhoffen, Bonner Generalanzeiger vom 03.10.2011
Alle Register gezogen
"Geburtstagskonzert" für die Klais-Orgel im Bonner Münster
BONN. Wenn eine Orgel Geburtstag feiert, dann zieht sie alle (klingenden) Register. Und das sind bei der Klais-Orgel in der Münsterbasilika mit 69 eine ganze Menge. Sie waren - gefühlt - bei Alexandre Guilmants 1. Sinfonie für Orgel und Orchester am Samstagabend am Ende auch alle mit im Spiel. Der Geburtstagswunsch ist das 70., ein Glockenspiel-Register, und nach allem Dafürhalten geht der in Erfüllung. Die Schlange vor der Kirchentür und ein bis zum letzten Platz volles Kirchenschiff beim Festkonzert waren herzerwärmend und sind bei Orgelkonzerten längst nicht die Regel.
Aber sie kamen auch nicht gänzlich unerwartet. Die Bonner haben ein Gefühl dafür, wenn sie was angeht, und in der 50 Jahre alten Orgel, 1961 von der Firma Klais errichtet, und in ihren Vorläufern spiegelt sich Bonner Geschichte und führt ganz weit zurück. Der Blick in den festlichen Kirchenraum hatte auch mit Bürgerstolz zu tun. Mit Klais ging es um einen der ihren, mit Orgelbauten in aller Welt fast so verbreitet wie Beethoven. Hinzu kam, dass mit dem auch gerade 50 Jahre alten Münsterorganisten Markus Karas noch ein Geburtstagskind am Orgeltisch saß.
Mehr Grund brauchte es nicht für ein veritables Konzert, für das Karas den jungen Bonner Trompeter Matthias Heßeler und Andreas Winnen mit seinem BJSO engagiert hatte. Winnen ist natürlich nicht nur der Leiter des Bonner Jugend-Sinfonie-Orchesters (BJSO). Seine Violine glauben wir bei Guilmant auch gehört zu haben. Und im Übrigen erklang mit Händels Orgelkonzert F-Dur op. 4,4, Haydns Konzert für Trompete und Orchester und der Guilmant-Sinfonie allerhand Großartiges, bei dem Karas, bis auf Haydn, an der Orgel und für Liszts Präludium und Fuge über
B-A-C-H auch ganz allein. Bei allem gab es was zu hören. Bei Haydn eine fabelhafte Trompetenkadenz. Bei Händel den musikalischen Hausherrn, der später bei Liszt auch selbst mit großem Effekt alle Register zog. Und der bei Guilmant alles dazu tat, dass die selten zu hörende Sinfonie ihre grandiose Wirkung entfaltete. Es gab einen kleinen Empfang und eine Kontonummer für alle, die sich am Geschenk beteiligen wollen. (ter)
Kölnische Rundschau, 30.05.2011
Markus Karas und die 5112 Pfeifen
Festkonzert zum 50. Geburtstag der Klais-Orgel im Bonner Münster
BONN. Ein Doppeljubiläum wurde am Samstag in der Münsterbasilika gefeiert: Die Klais-Orgel und ihr Herr oder, je nach Sichtweise, ergebenster Diener, Münsterkantor Markus Karas, feierten 50. Geburtstag – mit einem Festkonzert. 50 Jahre Klais-Orgel: vor dem Hintergrund von Kriegen und Zerstörung, die frühere Orgeln erfahren hatten, sei dieser Zeitraum auch ein halbes Jahrhundert Frieden, bemerkte Stadtdechant Monsignore Schuhmacher in einer kleinen Ansprache. Das anschließende üppige musikalische Festprogramm wurde vom Bonner Jugendsinfonieorchester unter Leitung von Andreas Winnen mit dem Orgelkonzert in F-Dur von Georg Friedrich Händel eröffnet. Selbstredend saß Markus Karas am Spieltisch und ließ die Musik funkeln. Im Trompetenkonzert von Joseph Haydn zeigte Matthias Heßeler mit blitzsauberem Ton und elegantem Spiel seine Klasse.
Was in der Klais-Orgel mit ihren 69 Registern und 5112 Pfeifen an Klangfarben steckt, demonstrierte Markus Karas im Anschluss im Adagio in Des-Dur sowie in Präludium und Fuge über b-a-c-h, die ein weiterer Jubilar, nämlich Franz Liszt geschrieben hat. Das Adagio bezauberte durch seinen geradezu mystischen Charakter, Präludium und Fuge hingegen beeindruckten durch ausschweifende Phantasie. Dem trug Karas durch flexibles, auf überlegene Technik gründendes Spiel Rechnung. Die gewaltige Sinfonie für Orgel und Orchester (später zur Orgelsonate umgearbeitet) von Alexandre Guilmant stand am Ende des Konzerts. Das Jugendsinfonieorchester glänzte mit markantem Spiel in den Ecksätzen und zeigte viel Feingefühl im lieblichen langsamen Satz. Markus Karas erwies sich im Solopart erneut als sattelfester Virtuose und krönte seinen Auftritt mit einer Improvisation über einen Pfingsthymnus. Als Geburtstagsgeschenk von den Zuhörern in der restlos gefüllten Kirche wünschte er sich Spenden für ein 70. Register: ein Glockenspiel. Das könnte dann zu seinem 60. läuten. (Konzert am 28. Mai)
Mathias Nofze, Magazin "rhein-musikalisch" und Bonner General-Anzeiger (gekürzt), 31.05.2011
Chorkonzert in St. Severin am 20. Februar 2011
Für das Chorkonzert in Form eines „Evensong“ in St. Severin/Mehlem gewann der Arbeitskreis evangelischer und katholischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Bad Godesberg und Umgebung als Chorleiter Markus Karas, Kantor am Bonner Münster, der den Chor mit einigen Mitgliedern seines Chorus Cantate Domino verstärkte. „Vom Dunkel zum Licht“ lautete das Leitmotiv des Geistlichen Konzertes. Nur für die dunkeltönigen „Quatre motets pour un temps de penitence“ von Francis Poulenc aus den Jahren 1938/39 formierten sich die Sängerinnen und Sänger im Halbrund des Altarbereichs. Sehr präzis in der Tongebung und variablen Akzentuierungen, verbunden mit einem feinnuancierten Vortrag, hinterließ der Chor gleich zu Beginn einen positiven Eindruck. Für die folgenden englischsprachigen „neoromantischen“ Beiträge mit Orgelbegleitung von Joachim Sarwas stellte sich der gemischte Kammerchor vor dem Altarraum auf. Zunächst gefiel er in dem sanftmütigen, modernen „The (Apple) Tree of Life“ von Colin Mawby und in dem großartigen Gebet von H. Balfour Gardiner „Evening Hymn“. Zwei pathetische Marienlobe schlossen sich an: zuerst ein „Magnificat“ von Charles Villiers Stanford mit einem hymnischen „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist“ und schließlich das „Song of Mary“ von Richard Shephard. Und tatsächlich schien da ein musikalisches „Licht zu erleuchten“ in dem Bindeglied zwischen den Marienvertonungen, dem „Nunc dimittis“ für Chor, Kontrabass, Vibraphon und Orgel von Heinz Werner Zimmermann, Jahrgang 1930.
Rainer Lersmacher, Köln-Bonner Musikkalender, April 2011 (Nr. 257)
Fromme Mystik und große Freudenfeier
Münsterorganist Markus Karas interpretierte Olivier Messiaens „Die Geburt des Herrn“
BONN. Die Zahl 50 las man groß auf dem Programmzettel, als Münsterorganist Markus Karas am Dreikönigstag Olivier Messiaens „La Nativité du Seigneur“ („Die Geburt des Herrn“) aufführte. Das Münster feiert – und mit ihm die Bonner – den 50. Geburtstag seiner großen Klais-Orgel, und das steht zur Zeit unsichtbar, aber unüberhörbar über allen Musikveranstaltungen in der Münster-Basilika.
Die Zeit nach Weihnachten, weiß man, benutzt Karas seit langem für eine Nachfeier auf seinem Instrument. Das ist schon Tradition. Karas als Traditionsbilder, der Messiaens 100. Geburtstag 2008 ausführlich beging. Es braucht viele, die sich einsetzen, in Bonn war es 1983 das Beethovenfest, das Messiaen einlud und aufführte. Und noch früher hat ein Porträt der Theater-Rundschau sogar das Lob eines NRW-Kultusministers (SPD) auf sich gezogen, er sich damit als Orgelfreund zu erkennen gab, als solcher erfreut über das immer breitere Echo für Messiaen in Deutschland.
Die neun Meditationen über das Heilsgeschehen in Bethlehem spielen sich für Karas auf vielen Ebenen ab, da gibt es die fromme, bildhafte, kindliche Erzählung, die der Organist lebhaft ausbreitet, da gibt es darunter den mystischen Subtext schwer deutbarer Symbolik, und nach darunter einfach kostbare Musik, die das Wunder in eine große Sinnlichkeit fasst. Er gewinnt Messiaen längst ein richtig großes Auditorium. Als hilfreich erwies sich dabei, dass der Messiaen-Promoter Karas seinen Zuhörern ein Blättchen in die Hand drückte, auf dem er Messiaens Symbolik auch dem Laien aufschlüsselt. „Laie“ darf man getrost im doppelten Sinn der Kirchentradition und des musikalischen Kontextes verstehen – Messiaen hat immer behauptet, das seine Musik nur ein Gläubiger verstehen könne, und ganz nur ein Katholik, was eng klingt, als ob er andere ausschließen wollte.
Aber man muss die Argumentation wohl umdrehen. Messiaen meinte vermutlich, dass, wer sich auf die mystischen Dimensionen seiner Musik einlässt, sich auch auf seinen katholischen Glauben einlässt und wenn er sie versteht, auch verändert daraus hervorgeht. Wie auch immer, die Geburt des Herrn in Messiaens Vertonung und Karas‘ Interpretation ist ein Erlebnis und ein Ineinandergehen von frommer Mystik und großem Freudenfinale. (ter)
Kölner Rundschau, 08.01.2011
Vielstimmiger Abschied der Weihnachtszeit im Bonner Münster
von Guido Krawinkel
Bonn. Alle Jahre wieder wird das Ende der Weihnachtszeit im Bonner Münster mit einem Konzert begangen, zu dem sich der Rheinische Kinder- und Jugendchor und BonnSonata zusammentun.
Als Gäste waren dieses Mal Christoph Hamm am Klavier und Stefan Schwebig am Schlagzeug zu Gast, die das Konzert unter der Leitung von Regional- und Münsterkantor Markus Karas bereicherten.
Traditionell stand die Rückschau auf Weihnachten im Mittelpunkt. Die gab es zum einen in klassischen Sätzen für Frauenchor wie etwa "Pueri concinite" von Jacobus Gallus oder "Puer natus in Bethlehem" von Joseph Gabriel Rheinberger, zum anderen in Kinderliedern.
Letztere schmetterten die Nachwuchssängerinnen des Rheinischen Kinder- und Jugendchors nicht weniger inbrünstig und überzeugend als ihre Vorbilder von BonnSonata. Auch internationales Flair kam nicht zu kurz.
Mit Weihnachtsliedern aus aller Welt zeigte BonnSonata seine stimmlichen Qualitäten in überzeugender Weise, und auch im Zusammenspiel mit dem Kinderchor bewies man neben vokalem Glanz auch viel Einfühlungsvermögen.
Markus Karas hatte seine Ensembles bestens vorbereitet und vergaß nicht, gebührend auf die Leistungen der Nachwuchssolisten des Kinderchores hinzuweisen. Der feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum.
Seinerzeit von Albert Ecker gegründet, wird er seit 2006 von Karas geleitet, der durch die seit 2001 ebenfalls von ihm übernommene Leitung des BonnSonata Frauenchores Chorarbeit aus einer Hand und aus einem Guss garantiert.
Das war auch bei dem Konzert im Bonner Münster zu hören, dessen beschwingter Abschluss durch verswingte Weihnachtslieder und Klassiker wie "Oh du fröhliche" oder "O Tannenbaum" noch einmal richtige Weihnachtsstimmung ins Münster zauberte.
Bonner General-Anzeiger, Artikel vom 11.01.2011, Feuilleton
Markus Karas an der Klais-Orgel im Münster
Von Guido Krawinkel
Bonn. Ein Klassiker der modernen Orgelmusik ist der Zyklus „La Nativité du Seigneur“ von Olivier Messiaen. In neun Stücken werden die Ereignisse um Jesu Geburt reflektiert, und zwar nicht nur in bildlicher Weise, sondern sie werden auch theologisch ausgedeutet.
Den Status eines Klassikers kann auch die jährliche Wiedergabe dieses Zyklus durch Markus Karas an der Klais-Orgel im Bonner Münster beanspruchen, denn das neue Jahr beginnt hier stets mit Messiaens bis heute bekanntestem und am häufigsten gespieltem Werk. Dass dies für Karas keine leere Pflichterfüllung bedeutet oder lediglich eine totgelaufene Tradition ist, beweist er jedes Jahr aufs Neue.
Messiaens musikalische Predigt klingt in seiner Interpretation immer wieder so frisch und bewegend, dass es jedes Mal ein lohnendes Erlebnis ist, dem knapp einstündigen Werk zu lauschen. Karas bringt die Musik stets auf den Punkt und stellt sein technisches Können in den Dienst der musikalischen Aussage.
Artikel vom 08.01.2011, Bonner General-Anzeiger (Feuilleton)
Spätromantische Pracht
Münsterbasilika ehrt Josef Lammerz mit der Aufführung seiner Missa solemnis
Von Fritz Herzog
Zu einem klangopulenten Festkonzert zu Ehren von Josef Lammerz und Heinz Werner Zimmermann hatte Münsterorganist und Regionalkantor Markus Karas in Bonns Basilika eingeladen. Beiden Komponisten fühlt er sich eng verbunden: Lammerz als seinem Vorgänger im Amt des Münsterorganisten und Leiters des Münsterchors, Zimmermann als ehemaligem Lehrer.
Vor vollbesetzten Reihen gelangte dessen 1995 entstandenes Konzert für Oboe zu europäischer Erstaufführung. Als „Musik, die nie aufgehört hat zuversichtlich zu sein“ (Karas), arbeitet Zimmermann viel mit synkopierten Rhythmen. Im Finalsatz ist die Nähe zu Bernsteins energiegeladener Klangsprache nicht zu überhören. Katsuya Watanabe versah den technisch anspruchsvollen Solopart mit lyrischem Farbenreichtum. Unter Karas’ Leitung begleitete das glänzend präparierte Bonner Münster-Orchester.
Eröffnet wurde der Abend mit der Missa solemnis für Solotenor, Chor, Orchester und Orgel von Josef Lammerz. Das der Spätromantik verpflichtete Werk wirkt vor allem im Blech bisweilen etwas plakativ. Durch die Gemeinschaft von Bonner Münsterchor, Chorus Cantate Domino und CityProjektChor sowie dem lyrisch strahlkräftigen Tenor Markus Müller und Wolfgang Bretschneider an der Orgel wurde das 1990 entstandene Werk intensiv ausgelotet, wobei viele Details allerdings in der üppigen Akustik regelrecht „ertranken“.
Mendelssohns Vertonung der Sequenz „Lauda Sion“ von Thomas von Aquin bildete den hochromantischen Abschluss, der nicht zuletzt wegen des homogenen Solistenquartetts (Suzanne Thorp, Sopran, Cordula Hörsch, Alt, Markus Müller, Tenor, Thilo Dahlmann, Bass) umjubelt wurde.
Bonner General-Anzeiger, 01./02.11.2010, Feuilleton
Selbst der Winter klingt hier schön
Frauenchor BonnSonata im Leoninum
Von Guido Krawinkel
Nächtliches bot der Frauenchor BonnSonata bei seinem Konzert in der alten Kapelle des Leoninums. Denn das Programm, mit dem man den musikalischen Beitrag zum CantaBonn-Festival gestaltete, drehte sich rund um die dunklen Stunden des Tages. Finster war es gleichwohl nicht, dafür sorgte schon der stimmig eingewobene rote Faden. Unter der Leitung von Markus Karas schlug man einen weiten Bogen über die verschiedenen Jahreszeiten – selbst der Winter war mit dem klangschön gesungenen „Verbum caro factum est“ von Vytautas Miskinis vertreten – bis hin zur Walpurgisnacht. Hier entzückte man mit unkonventionellen Werken von Wolfram Buchenberg und Jukka Linkola, deren Faktur man gekonnt realisierte.
Sommer, Herbst und Frühling ließ BonnSonata in Werken von Zoltán Kodály, Wolfram Buchenberg, Arnold Mendelssohn oder Robert Schumann Revue passieren. Einmal mehr bestätigte sich der erstklassige Eindruck, den der bereits mehrfach preisgekrönte Chor stets hinterlässt: in Kodálys „Mountain Nights“ gestaltete man auf großartige Weise den intensiven Spannungsbogen, in Schumanns „Der Bleicherin Nachtlied“ verstand man es meisterhaft, die harmonischen Finessen auszuleuchten. Nur extrem selten gab es intonatorische Unklarheiten, die Regel waren vielmehr ein ausgesprochen homogener Ensembleklang und eine große dynamische Bandbreite.
Bereichert wurde das Programm durch Klavierwerke von Markus Karas, von denen sich „CanCiaCon“ mit seiner vielschichtigen rhythmischen und harmonischen Textur unzweifelhaft als das faszinierendste erwies. Karas selbst war der souveräne Interpret seiner Klavierstücke.
Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 24. Juni 2010
Bundeswettbewerb: Zwei Bonner Chöre erfolgreich
Von Bernhard Hartmann
Bonn. Nur alle vier Jahre treffen sich die besten Chöre der Republik zum Deutschen Chorwettbewerb, um ihre vokalen Kräfte zu messen. Aufs Siegertreppchen durften diesmal gleich zwei Bonner Chöre: Vox Bona, der Kammerchor der Kreuzkirche, hat beim 8. Deutschen Chorwettbewerb in Dortmund den 2. Preis in der Kategorie "gemischte Chöre" gewonnen, und der Konzertchor BonnSonata errang unter der Leitung von Markus Karas den dritten Platz bei den Frauenchören.
Vox Bona hatte die Jury sowohl mit dem weitgefächerten, von Raritäten bis zu zeitgenössischer Literatur reichenden Programm beeindruckt, wie auch durch die künstlerische Darbietung unter Leitung von Karin Freist-Wissing.
Mit zeitgenössischer Musik macht der Kammerchor auch bei seinem nächsten Bonner Auftritt weiter. Beim Cantabonn-Festival interpretiert Vox Bona am 23. Juni in der Kreuzkirche das "Marienlob" von Heinz-Werner Zimmermann (2005). Im Juli geht Vox Bona auf Konzertreise nach Riga.
BonnSonata überzeugte die Jury beim Wertungssingen und einem Konzert im Dortmunder Schauspielhaus mit blitzsauberer Intonation, großer dynamischer Flexibilität und einer außerordentlichen Vielfalt des durchweg auswendig und lebendig vorgetragenen Repertoires, das von der Renaissance bis zu achtstimmigen Werken zeitgenössischer Komponisten reichte.
Bonns renommierter Frauenchor und mehrfacher Landessieger (zuletzt 2005 und 2009) hatte vor vier Jahren beim Bundeswettbewerb in Kiel ebenfalls einen dritten Platz belegt.
In Bonn tritt der Frauenchor am 22. Juni, wieder auf. Das Konzert im Rahmen des Festivals Cantabonn findet in der Alten Kirche des Collegium Leoninum zum Thema "Im Mondlicht" statt.
Artikel vom 19.05.2010
Mit Gottvertrauen zu kraftvollem Präludium
Der Bonner Organist Markus Karas gastierte bei den Frankfurter Domkonzerten vorrangig mit Stücken von Johann Sebastian Bach.
Seit über zwanzig Jahren wirkt Karas schon als Münsterorganist und -kantor in Bonn, doch seine künstlerischen Wurzeln liegen in Frankfurt. So war sein Gastspiel an der hiesigen Domorgel ein Wiedersehen; Karas nahm diese Gelegenheit besonders zum Anlass, um auf seine beachtenswerten kompositorischen Fähigkeiten hinzuweisen.
Nach Bachs kraftvollem Präludium und Fuge D-Dur setzte er beispielsweise «Drei Choralvorspiele im Bachschen Kontrapunkt» über den Choral «Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not», von denen besonders die Fuge sehr identisch und prägnant wirkte. Bachs Choralvorspiel «An Wasserflüssen Babylon» zeigte, dass auch an der großen Klais-Orgel intim und sensibel musiziert werden kann.
Mendelssohns Sonate A-Dur (op.65,3) ebnete dann den musikalischen Weg zu den französischen Orgelromantikern César Franck und Maurice Duruflé. Vor allem in Francks «Pièce héroique» (Heldenstück) beherrschte Karas den Umgang mit dieser großformatigen Orgelmusik vortrefflich. Am Ende des Konzerts präsentierte der Künstler noch einmal eigene Werke. Eine Fantasie über den Eingangsvers zum Pfingstfest zeigte wiederum romantische Prägung. Karas wusste natürlich, was er an der großen Orgel seinem Publikum an imposanter Wirkung schuldig war und reizte die reichen dynamischen Möglichkeiten des Instruments deshalb zum Abschluss noch einmal optimal aus. Ge
Frühbarock trifft Popmusik
BonnSonata in der Namen-Jesu-Kirche
Von Fritz Herzog
Bonn. Die zweite „Chormusik zur Marktzeit im Advent“ gestaltete „BonnSonata“, der beim NRW-Chorwettbewerb in der Kategorie „Frauenchöre bis 40 Mitwirkende“ frisch gekürte Landessieger 2009.
Geleitet wird dieser Frauenkammerchor seit 2001 von Regional- und Münsterkantor Markus Karas. Auf dem Programm standen Werke von Mendelssohn (darunter das Engels-Terzett aus „Elias“ und „Laudate Pueri“), Brahms („Ave Maria“ sowie eine Johann Eccard-Bearbeitung), Rheinberger („Alma redemptoris mater“) und Verdi („Laudi alla Vergine Maria“).
Und selbst ein Distler („Ein neu Gebot“), de la Motte („Maria durch ein'n Dornwald ging“) oder Rabe („Tröstet mein Volk“) bleiben jener Tradition verpflichtet. Die Akustik in der „Namen-Jesu-Kirche“ ließ die ebenso sauber intonierten wie artikulierten Chorsätze leuchtend hell erstrahlen.
Mit Croce („Cantate Domino“) und Vierdanck („Lobe den Herren“) bewies „BonnSonata“ seine Überzeugungskraft auch bei Renaissance und Frühbarock.
Stilistisch aus dem Rahmen fielen, obwohl mit gleicher Präsenz dargeboten, die popmusikalischen Zeitgenossen Colin Mawby („In the Bleak Mid-Winter“) und Mike Batt und Tim Rice („A Winter's Tale“).
Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 7./8. Dezember 2009
„BonnSonata“ siegte beim Landes-Chorwettbewerb NRW
chorliveonline.cvnrw.de, Veröffentlicht am: 17. November 2009
In der Kategorie „Frauenchöre bis 40 Mitwirkende“ wurde der von Markus Karas (Bonner Regional- und Münsterkantor) dirigierte Frauenchor „BonnSonata“ am vorletzten Wochenende Sieger („mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“) beim Landeschorwettbewerb NRW in Bonn und nimmt damit am Bundeschorwettbewerb im nächsten Jahr in Dortmund teil. Damit schreibt der renommierte Frauenchor, der aus dem traditionsreichen „Rheinischen Kinder- und Jugendchor Bonn e.V.“ (Chorverband Bonn-Rhein-Sieg) hervorgegangen ist, seine Erfolgsgeschichte bei namhaften Chorwettbewerben fort. Vor dem Frauenchor hat das der im Jahre 1961 ins Leben gerufene „Rheinische Kinder- und Jugendchor Bonn e.V.“ unter seinem Gründer und Dirigenten Albert Ecker getan. Doch den motivierten Sängerinnen und ihrem engagierten Chorleiter bleibt nicht viel Zeit, diesen überregionalen Erfolg so richtig auszukosten, da schon die nächsten Auftritte unter der Leitung von Markus Karas auf sich warten lassen. Bei der „Musik zur Marktzeit“ (Orgel: Markus Karas) bringt die „BonnSonata“ am Samstag, 05. Dezember 2009, 12.00 Uhr in der Bonner Remigiuskirche Motetten und Adventslieder verschiedener Stilepochen zu Gehör. Am Sonntag, 06. Dezember 2009, 16.00 Uhr findet in Bonner Münster-Basilika ein Adventskonzert (Orgel: Thomas Boketta) statt.
Vor acht Jahren begann ein neues Kapitel in der erfolgreichen Geschichte des „Rheinischen Kinder- und Jugendchores Bonn e.V.“, der ebenfalls von Markus Karas geleitet wird. Er gründete die „BonnSonata“ („die strahlend überwölbenden Sopranstimmen bei Desprez´ vierstimmiger Motette „In te Domine speravi“ hatten eine nachdrückliche Wirkung“), die sich im Jahre 2005 beim XX. Weltjugendtag im Kölner Erzbistum und bei den vergangenen Bonner Beethovenfesten als ein stimmlich vorzügliches Vokalensemble präsentierte. Die zielstrebige Arbeit ist geprägt von der Kompetenz und der Musikalität des Münsterkantors, der bei seinem Tun von Helfern unterstützt wird. Für ihn sind Chorpädagogik, Stimmbildung, Chortechnik und Chororganisation unerlässlich und der eigentliche Garant für eine leistungsorientierte Chorarbeit. Das breitgefächerte Repertoire des Frauenchores umfasst alle Stilepochen gleichstimmiger Chormusik und der a-cappella-Literatur.
Nur so sind die Erfolge der stimmbegabten Sängerinnen weit über die Grenzen der alten Bundeshauptstadt hinaus zu erklären. Beim Landeschorwettbewerb erzielte man im Jahre 2005 den 1. Preis in Siegen und wurde 3. Preisträger beim Deutschen Chorwettbewerb 2006 in Kiel. Konzerte im In- und Ausland und der umfassende Choraustausch haben dem Frauenchor viel Sympathien eingebracht. Rundfunk- und Fernsehaufnahmen, CD-Einspielungen sowie vielfältige Auftritte bei den höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland ergänzen die Erfolgsstory von Markus Karas und seinen Sängerinnen.
Walter Dohr
Deutsch-französisches Programm im Bonner Münster
In beiden Welten zu Hause
Markus Karas spielt Reger und Franck an der Klais-Orgel
Von Guido Krawinkel
Bonn. Ein Heimspiel hatte Markus Karas, der seit 20 Jahren an der Klais-Orgel im Bonner Münster amtiert, und sein Orgelkonzert mit einem fein säuberlich in zwei Hälften aufgeteilten deutsch-französischen Programm bestritt.
Im Zentrum standen dabei mit Werken von Max Reger und César Franck zwei Komponisten, die so etwas wie die Doyens der jeweiligen Orgelschulen darstellen. Dass Markus Karas in beiden Welten bestens zu Hause ist, führte er mit vier Stücken aus op. 59 von Reger und dem ersten Choral von Franck mehr als überzeugend vor.
Regers harmonisch wuchernde und dynamisch sorgsam abschattierte Musik gestaltete Karas mit viel Feingefühl. Besonders das Benedictus war ein himmlisches Schwelgen in schillernden Klangfarben mit einer imposant aufregistrierten Steigerung im Mittelteil. Francks E-Dur-Choral hingegen spielte Karas mit viel Sinn für die klangliche Üppigkeit des Erzromantikers.
Gegenüber so viel eindrucksvoller Opulenz wirkte die Askese von Jehan Alains „Le jardin suspendu“ umso nachhaltiger, obwohl Karas’ Spiel leider durch vom Münsterplatz herüberschallendes Straßenmusikgedudel beeinträchtigt wurde. Auf den Punkt genau gelang Karas auch die dritte Orgelsonate von Felix Mendelssohn Bartholdy, die er mit zugespitzter, aber nicht blind auf die Spitze getriebener Dramatik spielte.
Gerahmt wurde das Programm von zwei Reißern des Orgelrepertoires: Präludium und Fuge D-Dur von Johann Sebastian Bach und der Toccata b-Moll von Louis Vierne. Bachs virtuoses Kabinettstückchen spielte Karas locker artikuliert und mit Schwung, Viernes mitreißende Toccata mit unnachahmlichem Drive.
Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, Artikel vom 08.08.2009
Sommerliches Orgel-Feuerwerk
Von Alexandra Finck
Dillingen. In der Reihe der Orgelmatineen des 3. Dillinger Orgelsommers war in der vorletzten Veranstaltung der Bonner Münsterorganist Markus Karas zu Gast. Er bot den circa 150 Zuhörern ein erfrischendes und belebendes 45-Minuten-Programm, das bereits von Anfang an den Eindruck wohltuender Lebendigkeit vermittelte.
Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge D-Dur bekam den nötigen „Swing“ durch wohldosierte Tempi und metrische Konsequenz. Die Durchsichtigkeit der Themen in der Fuge wurde nicht zuletzt durch intelligente Registrierungen erreicht, die zum Schluss hin eine kraftvolle Steigerung erfuhr.
Der gebürtige Frankfurter Markus Karas stellte mit der Orgelfantasie „Ich ruf zu dir“ op. 115 einen heimatlichen Komponisten vor, Kurt Hessenberg, der das Liedthema in klagender Dichtigkeit und unterschiedlichen dynamischen Abstufungen vertonte. Auch eine deutliche Anlehnung an Bachs gleichnamiges Choralvorspiel aus dem „Orgelbüchlein“ war hier deutlich herauszuhören.
Max Regers op. 59 umfasst zwölf Stücke, zu denen auch „Kyrie“, „Benedictus“ und „Te Deum“ gehören, diese hatte Karas mit auf das Programm genommen und somit die Gelegenheit wahrgenommen, auch die „kleineren“ Konzertstücke Regers vorzustellen. Die Dichte der Reger’schen Harmonik verstand Karas durch eine klare Ausführung und nicht allzu übertriebene Agogik zu durchwandern, auch hier nutzte er die vielfältigen Möglichkeiten des Klangfarbentopfes.
Sein eigenes Ouevre, der Choral und acht Variationen über den Hymnus „Jesus dulcis memoria“, der im Jahr 1983 entstand, ergänzte den durchweg positiven Eindruck des Orgel-Gastes. Voller Lebendigkeit, mit lyrischen, aber auch stark rhythmisierenden Elementen im spätromantischen Stil, erfuhr das Thema eine Vielfalt und Steigerung an spieltechnischen und klanglichen Möglichkeiten. Langer Applaus für ein sehr erfrischendes und belebendes Matinee-Konzert.
Augsburger Allgemeine, 4. August 2009
Benefizkonzert zugunsten des Vereins "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen"
Drei Chöre sangen für die Förderung der Integration behinderter und nicht behinderter Kinder in der Bonner Schlosskirche
Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Bonn. Es war eine schöne Idee des Soroptimist Club Bonn Siebengebirge, zugunsten des Vereins "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen" - einer Selbsthilfevereinigung von Eltern behinderter und nicht behinderter Kinder zur besseren Integration - zu einem Konzert in die Schlosskirche der Universität zu bitten.
Münster- und Regionalkantor Markus Karas leitete dabei die Chorformationen Kinder- und Jugendchor Bonn und Frauen-Kammerchor BonnSonata. Zunächst sangen, von Karas schwungvoll am Flügel begleitet, Vorchor und Kinderchor frisch und sicher einige muntere kindgerechte Lieder, danach präsentierte der Jugendchor etliche eingängige Pop-Songs und -balladen.
Schließlich taten sich Kinder- und Jugendchor erfolgreich zusammen zu Ausschnitten aus Elton Johns Musik zum "König der Löwen". Ob alte Frühlingsgesänge, Romantisches oder Zeitgenössisches: Der Frauenchor BonnSonata beeindruckte anschließend durch seine intonationsgenaue, kraftvoll-lebendige Gesangskultur. Herzlicher Beifall für alle Beteiligten - und für den guten Zweck kamen über 5.000 Euro zusammen.
(Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 27.05.2009)
Musik von Mendelssohn im Bonner Münster
Von Christian O. Gazsi-Laki
Münsterbasilika. Die Kirchenkonzerte des Chorus Cantate Domino unter der Leitung von Regionalkantor Markus Karas im Bonner Münster haben gute Tradition und stehen für qualitativ hochwertige und engagierte Chormusik. Die jüngste „Soiree“ nun stand vorrangig im Zeichen des 200. Geburtsjahres von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auf den Tag des Konzerts selbst fiel aber auch der 176. Geburtstag von Johannes Brahms, dessen Motette op. 74,1 „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“ das zutiefst inspirierte und musikalisch anspruchsvolle Finale des Abends bildete.
Neben Johannes Klassens (1904-1957) „Justorum animae“, als kleine, aber sehr willkommene Abwechslung, war das Konzert mithin weitgehend erfüllt von Mendelssohnscher Chormusik. Die ausgewählten Chöre aus dem „Paulus“ (mit Orgel) und „Elias“ erklangen gleichermaßen gekonnt, wie die Ausschnitte aus „Sechs Sprüche“ op. 79 und die „Drei doppelchörigen Motteten“ op. 78, aus dem der Psalm 22 interpretatorisch in besonders guter Erinnerung blieb. Auch Dank des Solos des hohen Tenors Josef Bongartz.
Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, Artikel vom 09.05.2009Markus Karas in der Kreuzkirche
Eindringliches Plädoyer für Komposition von Kurt Hessenberg
Von Guido Krawinkel
Bonn. Normalerweise spielt Markus Karas die Klais-Orgel am Bonner Münster, wo er als Münster- und Regionalkantor amtiert. Dieses Mal jedoch hatte man die Gelegenheit, Karas nur wenige Meter entfernt von seiner eigentlichen Wirkungsstätte zu hören.
Im Rahmen der "Orgelmusik am Taufstein Beethovens", die aufgrund von Bauarbeiten von St. Remigius in die Kreuzkirche verlegt werden musste, gastierte Karas an der dortigen Ott-Orgel, die zwar klanglich wie konzeptionell einer ganz anderen Tradition als die Münsterorgel entstammt, aber ebenso die Darstellung von Werken verschiedenster Epochen erlaubt.
Karas widmete das Konzert dem Andenken an seinen 1998 verstorben und vor genau 80 Jahren geborenen Vater, den Schauspieler und Regisseur Kurt Karas.
Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge h-Moll (BWV 544) spielte Karas mit in sich ruhenden Tempi und ... differenziertem Zugriff. Auch "An Wasserflüssen Babylon" (BWV 653b), "Ich ruf zu Dir" (BWV 639) und "Aus tiefer Not" (BWV 687) überzeugten durch eine schlichte aber konsequente Durchgestaltung.
Zentrales Werk in Karas' Programm war die Fantasia über "Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ" von Kurt Hessenberg, ein vielgestaltiges, ausgesprochen faszinierendes Stück, in dem Hessenberg sich stets eng am Text entlang durch die Strophen arbeitet.
Karas gestaltete die Fantasia sehr eindringlich und absolut packend als eindringliches Plädoyer für diese leider viel zu selten gespielte Musik. Zum Abschluss gab es dann noch eine kontrollierte, aber durchaus dramatische Version des Pièce heroique von César Franck.
Benefizabend im Bonner Münster
von Fritz Herzog
Ein abwechslungsreiches Programm aus Chor- und Orgelwerken hatte Regional- und Münsterkantor Markus Karas zusammengestellt für einen Benefiz-Abend zugunsten einer Ausbildungseinrichtung in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Initiator war der Förderverein des Lions-Clubs Bonn-Venusberg in Verbindung mit dem Orden der Salesianer Don Boscos, Bonn. 5.000,-- € hat das Wohltätigkeitskonzert in der Münster-Basilika erbracht. Mitwirkende waren, neben Karas an der großen Klais-Orgel und als Dirigent, der Frauen-Kammerchor „BonnSonata“, seit 2001 unter Karas’ Leitung, sowie als Begleiter Christoph Hamm, Organist an St. Sebastian in Poppelsdorf und Gerhard Haug, ehrenamtlicher Organist und - wie Karas - Lions-Mitglied.
Feierlich eröffnet und beschlossen wurde mit Bach: Seine Pièce d’Orgue (BWV 572) zu Beginn und die berühmte d-Moll-Toccata und Fuge zum Abschluss. Markus Karas realisierte dies mit brillanter Frische. Zwei Werke von Marcel Dupré, „Entreé“ und „Sortie“ aus op. 62, umrahmten Benjamin Brittens anmutige Missa brevis in D op. 63, geschrieben für Knabenchor und Orgel. In gleißendes Licht getaucht im „Gloria“ mit geradezu explodierenden Klängen, im „Agnus Dei“ fast stammelnd: Dieses kirchenmusikalische Kleinod gelang Karas mit seinem Frauenchor ebenso hinreißend wie Wolfram Buchenbergs sphärisch irisierende Komposition „Spruch, um den Mond zu trösten“ für achtstimmigen Frauenchor. Dies kontrastierte der Münster-Organist mit Messiaens schroff dagegen geschnittener „Apparition de L’Église éternelle“.
Als Komponist trat Karas darüber hinaus in Erscheinung mit einem Choral und acht Variationen über einen gregorianischen Hymnus. Gerhard Haug improvisierte zudem über Matthias Claudius’ „Der Mond ist aufgegangen“.
(Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 20. Oktober 2008)
Zum 100. Geburtstag von Olivier Messiaen
Pianistin Susanne Kessel, Münsterkantor Markus Karas und amerikanischer Komponist Leon Milo verwandeln Bonner Münster in Licht- und Klangraum
Von Bernhard Hartmann
Bonn. Vor 22 Jahren hatte das Beethovenfest den französischen Komponisten Olivier Messiaen nach Bonn eingeladen, um dessen Werke neben jenen des Hauskomponisten ausgiebig zu feiern.
Und das Publikum feierte mit, ließ sich von der Musik und der Persönlichkeit des Neutöners in Bann ziehen. In diesem Jahr wäre Messiaen 100 Jahre alt geworden. Klar, dass auch das Beethovenfest sich des französischen Komponisten erinnert. Schließlich sind seine Werke heute noch quicklebendig.
"Für mich ist das längst ganz, ganz klassische Musik", sagt die Bonner Pianistin Susanne Kessel, die gemeinsam mit dem Kirchenmusiker Markus Karas und dem in Paris lebenden amerikanischen Komponisten und Soundtüftler Leon Milo am Samstagabend in der Münsterbasilika ein großes Konzert zu Ehren des Meisters gibt.
Kessel und Milo arbeiten seit einiger Zeit unter dem Namen "Pianowaves" als äußerst kreatives Duo zusammen. Aber natürlich steht auch die Trio-Besetzung für außergewöhnliche Konzepte. "Wir versuchen eine ganzheitliche Annäherung an Messiaen", erläutert Markus Karas. Diese Ganzheitlichkeit setzt sich freilich aus vielen Facetten zusammen.
Die zur Aufführung kommenden Werke des Komponisten werden mit Kompositionen seiner Schüler und Bewunderer ebenso konfrontiert wie mit Vorläufern. Susanne Kessel etwa spiegelt Klavierstücke von Messiaen aus den "Vingt Regards sur l'Enfant Jesu" und anderen Werken in Claude Debussys "Claire de Lune" oder "L'Isle Joyeuse".
Und Münsterkantor Markus Karas konfrontiert an der Orgel Messiaens "Apparition de l’Eglise Eternelle" oder "Alleluja" unter anderem mit einem Stück des Komponisten und früheren Vize-Beethoven-Intendanten Thomas Daniel Schlee.
Doch gibt es an diesem Abend keineswegs nur Solobeiträge. In den zwei Stücken "Widder" und "Schütze" aus den "Tierkreiszeichen" des Messiaen-Schülers Karlheinz Stockhausen, die in einer Bearbeitung von Leon Milo zu hören sind, wachsen die Musiker zum Trio zusammen - Pianistin Kessel will für Stockhausen sogar ausnahmsweise zum Violoncello greifen.
In György Kurtágs "Durch Adams Fall" wird man die drei Musiker sechshändig Klavierspielen hören können. Der Wahlfranzose Milo, seit Jahren ein Bewunderer der Musik Messiaens, hat für den Abend eigens Stücke geschrieben. Dabei handelt es sich um elektronische "Soundscapes", Klanglandschaften mit besonderer Raumwirkung nach Motiven aus Messiaens Leben und Oeuvre.
"Birdscapes" etwa greift Messiaens Liebe zu den Vogelstimmen auf, "Paris-Scape" verwandelt Klänge aus dem Pariser Umfeld des Komponisten; in "Messiaen-Scape" schließlich ist die Originalstimme des 1992 verstorbenen Meisters Materialgrundlage eines Klangstücks.
"Für das Konzert habe ich einige Soundscapes entwickelt, die, wie ich hoffe, ein Licht auf verschieden Aspekte werfen werden; auf Messiaens Persönlichkeit, auf seine Musik und auf seinen Einfluss auf meine Musik", erläutert Leon Milo seine Intention.
Dass der Abend ein "sehr abwechslungsreiches und sinnliches Erlebnis" werden wird, wie Susanne Kessel verspricht, dafür soll auch ein visuelles Moment sorgen. Denn Messiaen verband Klänge immer auch mit Farben.
Und diese synästhetischen Vorstellungen des Komponisten will man durch eine Beleuchtungsdramaturgie anschaulich machen. "Von der Stimmung wird der Abend so, wie ich mir vorstelle, dass es Messiaen gefallen hätte", sagt Susanne Kessel.
Dass ihr etwa 85 Minuten langer Abend nicht nur Messiaen-Spezialisten ansprechen soll, ist das erklärte Anliegen der drei Künstler. Ein großer Zulauf hätte auch in musikalischer Hinsicht einen großen Vorteil. "Je mehr Leute kommen, um so besser ist die Akustik", weiß Münsterorganist Markus Karas.
Festkonzert zum 100. Geburtstag von Olivier Messiaen, Samstag, 6. September, 20 Uhr, im Bonner Münster. Karten für die zum Rahmenprogramm des Beethovenfests zählende Veranstaltung gibt es unter anderem im Münsterladen und in den GA-Ticketshops.
(04.09.2008)
Leuchtende Farben
BEETHOVENFEST
Messiaen-Festkonzert im Bonner Münster
Von Guido Krawinkel
Drehorgeln, Glocken, Autos, Métro, Vogelzwitschern, Sprachfetzen, Gongs und Gebete – die Klang-Collagen („Scapes“), mit denen der amerikanische Komponist und Klangkünstler Leon Milo das Festkonzert anlässlich des 100. Geburtstages von Olivier Messiaen im Münster bereicherte, waren quasi der rote Faden, der sich durch die ausgetüftelte Programmdramaturgie zog. Klavier- und Orgelwerke Messiaens sowie einiger seiner Schüler standen auf dem Programm, das von Milo zusammen mit der Bonner Pianistin Susanne Kessel und dem Münster-Organisten Markus Karas konzentriert präsentiert wurde. Das Ergebnis war ein knapp anderthalbstündiger Konzertabend als Gesamtkunstwerk.
Als Einführung, Überleitung und atmosphärische Einstimmung transportierten Milos Soundscapes mitunter mehr Information als langwierige Programmerläuterungen. Nicht zuletzt die Abfolge der sehr eng miteinander verzahnten Stücke trug dazu bei, dass der Abend insgesamt zu einem fast schon ganzheitlichen Erlebnis wurde, bei dem man Zusammenhänge – und seien sie nur oberflächlicher Art – auch intuitiv erspüren konnte.
So setzte etwa Milos „Bird Scape I“ nahtlos dort an, wo die duftigen Klanggirlanden der zuvor von Markus Karas mit schöner Leichtigkeit gespielten „Alleluias sereins“ aus „L’Ascension“ von Messiaen geendet hatten. Diese wiederum erschienen als klanglich wie inhaltlich vollkommen logische Fortsetzung des „Regard de l’étoile“ aus den „Vingt Regards“, den Susanne Kessel zuvor mit intensivster klanglicher Leuchtkraft interpretiert hatte. – Ein denkwürdiges Konzert, das einen Platz im Hauptprogramm verdient gehabt hätte.
(Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 8. September 2008)
Widor und Katschaturian als Paten
Bonner Münsterorganist spielte im Trierer Dom
Zum fünften Konzert der Internationalen Orgeltage im Trierer Dom war der Bonner Münsterorganist eingeladen worden. Er brachte endlich das zustande, was man bisher vermissen musste: ein in allen Punkten hochwertiges Konzert mit begeistertem Applaus am Ende.
Trier. (gkl) Fast wollte man sagen: na bitte, geht doch. Irgendwie war bisher bei den Internationalen Orgeltagen im Trierer Dom der Wurm drin. Sie konnte, ob nun vom Programm her oder von der Leistung der Interpreten nicht wirklich an das sonst übliche Niveau anschließen. Das sollte sich mit Markus Karas, Organist des Bonner Münsters, ändern. Ein ‚außergewöhnliches‘ Programm hatte Karas nicht in seinem Gepäck. Etwa Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge D-Dur, BWV 532 und das Choralvorspiel „An Wasserflüssen Babylon“, BWV 653b, den Choral Nr. 1 in E-Dur von César Franck oder die dritte Sonate in A-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy. Werke also, die man relativ häufig in Konzerten hören kann.
Es war die Art, wie Karas die Werke interpretierte, die dafür sorgte, dass erstmals in diesem Jahr lautstarker Applaus der knapp 200 Zuhörer den Dom erfüllte. Applaus für eine wohlüberlegte Darstellung der Mendelssohnschen Sonate, bei der Aussage und Spieltechnik schlüssig zusammen gingen, die Musik völlig selbstverständlich und dynamisch ihren Lauf nahm, am Ende des ersten Satzes vielleicht ein wenig zu drängend, aber stimmig. Gleiches galt für Bachs Choralvorspiel in der selten, weil sehr anspruchsvollen Urfassung für Doppelpedal, in der Karas all die Qualitäten zeigte, die einen guten Konzertorganisten ausmachen. Wohldurchdachte Registrierungen, saubere Artikulation und überaus musikantisches Spiel machten es zu einer Freude, ihm zuzuhören.
An das Ende des Abends hatte der Bonner Kirchenmusiker zwei eigene Werke gesetzt, die einen eindrucksvollen Schlusspunkt bildeten. Die acht Variationen über den Hymnus „Jesu dulcis memoria“ und die Toccata über den Introitus zum Pfingstfest wiesen ihn als einen einfallsreichen und sein Handwerk beherrschenden Tonsetzer aus, besonders wenn man bedenkt, dass die Toccata entstand, als Karas gerade einmal 20 Jahre alt war. Die Patenschaften von Charles Marie Widor und Aram Katschaturian waren deutlich erkennbar, trotzdem aber erklang ein eindeutig eigenständiges Werk. Großartig.
Konzert im Bonner Münster
Soiree mit Markus Karas und Chor sorgten für einen stimmungsvollen und klangreichen Abend
Bonn. Die Soiree im Bonner Münster war diesmal, rückblickend gewissermaßen, dem Osterfestkreis gewidmet. Der Kammerchor an der Münsterbasilika, "Chorus Cantate Domino", und Regionalkantor Markus Karas (Leitung und Orgel) waren die Ausführenden des stimmungsvollen und klangreichen Abends.
Der Kammerchor beeindruckte dabei wieder mit seiner in allen Stimmlagen sehr sauberen und sicheren und in den dynamischen Dispositionen ausgesprochen differenzierten Interpretationsweise.
Das galt auch für anspruchsvolle harmonische Verhältnisse wie etwa bei Poulencs "Timor et tremor" und "Vinea mea electa" sowie Messiaens meditativem "O sacrum convivium". Die orgelbegleiteten englischen Gesänge von Richard Shepard, Charles Villiers Stanford, John Rutter und H. Balfour Gardiner zeigten dann eher eingängigen oder sogar genüsslichen romantischen Gestus.
Als Solist trug Markus Karas dem Himmelfahrtsgeschehen Rechnung mit Messiaens großartigen sinfonischen Meditationen "L'Ascension", denen er stil- und klangtechnisch sehr genaue und intensive Realisationen zuteil werden ließ. - Viel Beifall für alle Mitwirkenden.
(Bonner General-Anzeiger, 10.05.2008/Barbara Kaempfert-Weitbrecht)
Jazziger Ausklang der Weihnachtszeit im Bonner Münster
Frauenchor BonnSonata überzeugt das große Publikum
Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Bonn. Das Bonner Münster konnte den Publikumsandrang kaum fassen, solcher Beliebtheit erfreut sich das traditionelle Konzert zum Ausklang der Weihnachtszeit mit dem (vielfach preisgekrönten) Frauenchor BonnSonata und dem Rheinischen Kinder- und Jugendchor unter der Leitung von Markus Karas.
Als Solisten mit dabei waren Ariane von der Heyden-Karas (mit einem lichten Sopran), Christoph Müller (Trompete) und Stefan Bodemann (Klavier und Orgel), beide ausgesprochen klangschön gestaltend. Ein besonderer Genuss war Benjamin Brittens Zyklus „A Ceremony of Carols“, bei dem der Frauenchor sein ganzes differenziertes Können zeigen konnte.
Zwei eindrucksvolle und originelle Uraufführungen gab es zu hören. Markus Karas, der das Konzert wie stets hochengagiert leitete, hatte sie 2007 komponiert: Zum einen „Glory in the Highest“ (Bearbeitung des rheinischen Weihnachtsliedes „Menschen, die ihr wart verloren“) für Jazz-Trompete, Frauenchor und Orgel, eine Auftragskomposition für Till Brönner, zum anderen Variationen über bekannte Weihnachtslieder für konzertierende Orgel, Trompete und Frauenchor. Beide Stücke erfuhren überzeugende Realisierungen.
( Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 08.01.2008)
Messiaens „Nativité“ beeindruckt im Bonner Münster
Meditative Musik in Farben und Bilder umgesetzt
Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Bonn. Der schönen Tradition, Olivier Messiaens eindrucksvollen Orgelzyklus „La Nativité du Seigneur“ von 1935 jeweils zu Beginn eines neuen Jahres an der großen Klais-Orgel des Bonner Münsters aufzuführen, ist Münster-Organist Markus Karas auch 2008 treu geblieben.
Wobei das Recital der neun Meditationen des so bedeutenden katholischen Komponisten (1908- 1992) diesmal zugleich das Auftaktkonzert zu dessen 100. Geburtsjahr darstellte. Der Abend erhielt einen weiteren besonderen Akzent auch dadurch, dass rings im Kirchenraum die neun von diesem Orgelwerk angeregten Acrylbilder der aus Bergisch Gladbach stammenden Künstlerin Elke Glatzer aufgestellt waren.
Diese weitgehend abstrakt gehaltenen Bilder versuchen, die meditative Musik Messiaens in Farben und Strukturen umzusetzen und wollen so helfen, den gedanklichen (ja stark mystisch geprägten) Weg des Komponisten mitzugehen. Dass Markus Karas durch all die Jahre zu einem profunden, ebenso werkgetreuen wie immer wieder selbst auch neu inspirierten Kenner dieses großartigen Orgelwerks geworden ist, war eindrücklich zu erfahren an diesem Abend (und ist inzwischen ja auch auf einer CD dokumentiert).
Ob es die eher naturalistischen Schilderungen waren oder die drei „Geburten“ oder auch die betrachtenden Sätze - allen neun Stücken war Markus Karas ein technisch imponierend souveräner Interpret, der Farben und Stimmungen überaus intensiv nachging. Viel Beifall für ein beeindruckendes Konzert.
( Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 05.01.2008)
In der Münsterbasilika erklingt festliche Blechbläsermusik
Von Barbara Kaempfert-Weitbrecht
Das Jahresabschlusskonzert des Bonner Münsters konnte einen übervollen Kirchenraum verbuchen, die Kombination von Bläsern und Orgel ist freilich auch bestens geeignet, festliche Stimmung zu verbreiten. Es musizierten das 1993 von damaligen Hochschulstudenten gegründete Bläsersextett BRASSissimo Rheinland - mit Christoph Müller, Andreas Berger und Damir Akmethov (Trompete), Thomas Schmitz-Urzan (Horn), Michael Scheuermann (Posaune) und Marcus Kanzler (Tuba) - sowie Münsterorganist Markus Karas.
Besonders strahlkräftig und markant fielen Beginn und Ende des Abends aus, in Gestalt einer Bläser-Orgel-Bearbeitung eines bekannten Concertos von Georg Friedrich Händel, gefolgt von einem wunderbaren doppelchörig-echoreichen Beispiel aus Gabrielis Sinfoniae Sacrae und schließlich einer durchaus überzeugenden Version für Bläsersextett und Orgel des „Großen Tors von Kiew“ aus Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“.
Die sechs Bläser alleine warteten (nicht immer überall ganz ohne Fehl und Tadel) mit der Bearbeitung einer Vivaldi-Sonata auf, mit der fröhlich-naiven „Schlittenfahrt“ aus Mozarts „Drei Deutschen Tänzen“ (KV 605), zwei moderneren deutschen Weihnachtslied-Fassungen und drei (recht schmissigen) amerikanischen sowie der recht apart, oft altertümelnd harmonisierten Zweiten Militär-Suite von Gustav Holst.
Markus Karas seinerseits beeindruckte solistisch, klangfarblich wie spieltechnisch gleichermaßen, mit reiz- und stimmungsvollen und sehr französischen Piècen von Daquin und Lefébure-Wély sowie einer festlich-feierlichen Intrada von Robert Jones und einem Orgel-Arrangement des Gospels „Go, tell it on the mountains“.
Viel herzlicher Beifall dankte den sieben Musikern für einen abwechslungsreichen Abend, und die Bläser-Crew hatte noch eine ausdrucksvolle Fassung des schönen alten Liedes „Maria durch ein' Dornwald ging“ als Zugabe parat.
( Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 03.01.2008)
Kleine Inseln des Glücks
CD-TIPPS: Neue Aufnahmen aus der Beethovenstadt
Von Bernhard Hartmann
Eine neue Weihnachts-CD legt der Frauenchor BonnSonata vor. Zu hören sind darauf begleitete (Stefan Bodemann, Klavier) wie unbegleitete Liedsätze und Motetten von Monteverdi bis Brahms und Reger. Ein Höhepunkt des von Chorleiter Markus Karas sehr schön zusammengestellten Programms ist Benjamin Brittens Weihnachtsliedersammlung „A Ceremony of Carols“, an der neben BonnSonata die Sopranistin Ariane von der Heyden-Karas und die Harfenistin Konstanze Jarczyk mitwirken. Erhältlich ist die CD in Bonner Plattenläden sowie im Münsterladen.
(Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 22./23.12.2007)
Mit Posaunen und Trompeten im Münster
ADVENT Katholische und evangelische Kirche luden gemeinsam zum Mitmachkonzert. Und zum Mitsingen.
Von Christoph Meurer
BONN. (...) Gesungen wurde im Münster auch am Sonntag. Am dritten Advent hatten die Kirchengemeide St. Martin und der Verein der Freunde und Förderer der Musik am Bonner Münster in die Kirche geladen. Unter der Leitung von Münsterorganist und Regionalkantor Markus Karas gab der Frauenkammerchor des Rheinischen Kinder- und Jugendchores Bonn, BonnSonata, Motetten zur Adventszeit zum Besten. Unterstützt wurden sie von Karas am Klavier und Thomas Boketta an der Orgel. Aber auch das Publikum war wieder aktiv. Bei bekannten Weihnachtsliedern wie „Leise rieselt der Schnee“, „Alle Jahre wieder“ oder „Tochter Zion“ konnten sich die Besucher auf die kommenden Festtage einstimmen.
(Bonner General-Anzeiger, Bonner Lokalteil, 17.12.2007)
BonnSonata im Advent
Von Guido Krawinkel
St. Remigius. Mit einem adventlichen Programm gastierte der Frauenchor BonnSonata bei der Musik zur Marktzeit in St. Remigius. Der mehrfach preisgekrönte Frauenchor präsentierte Motetten vom Barock bis zur Moderne, zumeist Ausschnitte aus der jüngst veröffentlichten CD mit Weihnachtsmusik. So drei Motetten aus der „Ceremony of Carols“ von Benjamin Britten oder „Tröstet mein Volk“ von Gerhard Rabe.
Seit Markus Karas den Chor 2001 übernommen hat, ist ein großer Qualitätssprung festzustellen. Das zeigte sich sowohl bei den alten Meistern wie Johann Vierdanck („Lobe den Herren“) und Johann Eccard („Übers Gebirg Maria geht“), die dank schlanker Stimmführung sehr elegant wirkten, wie auch bei romantischen Werken, etwa Brahms' Motette „Ave Maria“, bei der BonnSonata große dynamische Flexibilität an den Tag legte. Stefan Bodemann begleitete verlässlich am Klavier. (...)
(Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 11.12.2007)
Benefizkonzert des Lions-Clubs
Von Guido Krawinkel
Münsterbasilika. Klassische und swingende Kirchenmusik stand auf dem Programm eines Benefizkonzertes des Lions-Clubs Bonn-Venusberg im Bonner Münster, dessen Erlös für die Initiative „Kinder brauchen ein Zuhause“ bestimmt war. Mit diesem Projekt fördern die Salesianer Don Boscos die Opfer des jüngsten Erdbebens in Peru, denen sie wieder Perspektiven für ein neues Leben bieten wollen.
Das bunte und breitgefächerte Programm hatte Regional- und Münsterkantor Markus Karas zusammengestellt, der selbst Mitglied im Lions-Club ist. Den „klassischen“ Teil des Programms eröffnete Karas mit dem Präludium Es-Dur (BWV 552), das er mit kraftvollem Impetus und markanter Registrierung spielte. Auch im a-Moll Choral von César Franck zeigte er sich als ein in jeder Hinsicht versierter Gestalter. Als Solistin profilierte sich die Sopranistin Ariane von der Heyden-Karas mit einer höhensicheren und warm timbrierten Stimme, die sie in Stücken von Georg Friedrich Händel für Sopran, Trompete (Alfred Stroh) und Orgel, César Franck oder Colin Mawby vorteilhaft einsetzte.
Werke für Querflöte (Gabriele Nikorowitsch) und Orgel von John Stanley und Marc Barthomieu rundeten den klassischen Teil des Programms ab, der auch durch das oberhessische Blechbläser-Ensemble bereichert wurde, das das Konzert mit einem fulminanten Trumpet-Voluntary von Jeremiah Clarke eröffnet hatte.
Im zweiten Teil des Konzerts ging es lockerer zu. Mit Werken von Colin Mawby, Markus Nickel, Stephen Harrap und John Rutter ließen es die Musiker ordentlich grooven.
(Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 23.10.2007)
Packend und virtuos: Vier junge Organisten im Münster
Von Mathias Nofze
Regionalkantor Markus Karas ist nicht nur ein glänzender Organist, sondern offenbar auch ein guter Lehrmeister. Was vier seiner Schüler in einer Orgel-Soirée im Münster boten, nötigte jedenfalls allen Respekt ab. Glasklar spielte Jan Esra Kuhl, neunzehn Jahre jung, Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge e-Moll BWV 548, ebenso packend geriet Max Regers konzentrierte Toccata d-Moll op. 59.
Erst fünf Unterrichtsstunden bei Karas hatte der fünfzehnjährige Can Arman hinter sich – das reichte, um das Bach zugeschrieben Präludium C-Dur BWV 553 versiert darzubieten.
Auf den Spuren von Albert Schweitzer, dem Bachforscher und Orgelspieler im weißen Kittel, wandelten Dorothea Reufels und Rainer Nikorowitsch. Mit ihnen saßen nämlich zwei Vertreter der Medizinerzunft auf der Orgelbank.
Nikorowitsch präsentierte ein verspieltes Récit de Tierce en Taille von Alexander Boely, ein Konzert des Bach-Zeitgenossen Johann Walther und bestach schließlich mit enormer Virtuosität in Joseph Bonnets reißerischen „Variations de concert“. Temperamentvolles Spiel, verbunden mit Gefühl für Timing und Spannungsaufbau, legte auch Dorothea Reufels in César Francks drittem „Choral“ an den Tag. Ihr Spiel entwickelte eine fabelhafte Sogkraft, was sich auch in Jean Langlais’ „Te Deum“ bestätigte.
Das Konzert fand im Rahmen der Festdekade für die Stadtpatrone Cassius und Florentius statt. Das nahm Jan Esra Kuhl zum Anlass, eine eigene Komposition uraufzuführen: „Mors Thebaei“, eine Trauermusik im Andenken an Cassius und Florentius, die – der Legende nach – Soldaten der Thebäischen Legion waren. Aus gewaltigen Klangblöcken errichtet Kuhl ein wuchtiges Mausoleum, in dem es ein paar sanfte Momente von gleichsam respektvoller Demut gibt. In schönstem Dur strahlt der Schlussakkord – Cassius und Florentius halten Wache.
(Bonner General-Anzeiger, Feuilleton, 13./14.10.2007)
